Der deutschen Wirtschaft gehe es gut, heißt es allerorts. Doch im Kapitalismus beinhaltet der Vorteil der einen unmittelbar den Nachteil der anderen. Auch hierzulande profitieren keineswegs alle. Die Stärke der auf Exporte setzenden Wirtschaft basiert auf intensivierter Ausbeutung der Arbeiter_innen und Angestellten. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Niedriglohnsektor massiv ausgebaut, prekär Beschäftigungsverhältnisse ersetzen zunehmend die schon immer beschissene, aber zumindest einigermaßen planbare alltägliche Ausbeutung. Mit dem Zusammenbruch der Sozialdemokratie unter den Bedingungen eines radikalisierten Kapitalismus entsorgten die Herrschenden die letzten Reste der durch die Arbeiter_innenklasse erkämpften sozialen Errungenschaften.
Wie sich diese Entwicklungen konkret ausdrücken, zeigt das Beispiel des Plastikbehälter-Hersteller Neupack in Hamburg-Stellingen und Rotenburg/Wümme. Dort begehrten Teile der Belegschaft gegen niedrige Löhne und miese Arbeitsbedingungen auf. Der Arbeitskampf zeigt eindrucksvoll, was passiert, wenn sich Arbeiter_innen organisieren und mit welchen Mitteln die Kapitalseite den Klassenkampf führt. Eine Analyse des Streiks eröffnet zugleich Perspektiven der Solidarität außerhalb des Betriebs. Der Arbeitskampf dauerte insgesamt neun Monate und ist damit einer der längsten Arbeitskämpfe der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Ein Kreis aus Unterstützer_innen war von Anfang an dabei.
Wir werden mit Genoss_innen aus der Belegschaft und aus dem Solikreis über den Streik und die Möglichkeiten einer Unterstützung von außen diskutieren.
8. Januar 2016 | 19 Uhr | Mediengalerie | Dudenstraße 10
Eine Veranstaltung der radikalen linken | berlin, kritisch-lesen.de und des Klassenkampfblocks.

Auf die Forderung der ver.di nach fairen Löhnen im Botanischen Garten reagiert die Freie Universität mit der Drohung betriebsbedingter Kündigungen und der Schließung der Betriebsgesellschaft.
Auf unserem Treffen möchten wir das von Peter Nowak herausgegebene Buch „Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht“ vorstellen. Arbeitskämpfe im Spätkauf-Laden, Gefangene gründen eine Gewerkschaft: In der letzten Zeit wurden Arbeitskämpfe in Sektoren bekannt, die gemeinhin als schwer oder gar nicht organisierbar galten. Das Buch stellt verschiedene Facetten dieser neuen Streiks und Arbeitskämpfe in Deutschland und darüber hinaus vor und ordnet sie in einen gesellschaftlichen Kontext ein. Auch in einer Gesellschaft jenseits des Fordismus (Fabrikgesellschaft) gehören Arbeitskämpfe nicht der Vergangenheit an. Besonders erfolgreich werden diese Streiks durch die Unterstützung der Kund*innen und des Umfelds der Streikenden. Wir wollen zusammen mit mehreren Autor*innen über diese Erfahrungen diskutieren.
Arbeitskämpfe nach dem Ende der großen Fabriken (Hrsg.: Peter Nowak)
Pressemitteilung der FAU Berlin, 5. August 2015: In einem entscheidenden Etappensieg für die Basisgewerkschaft FAU Berlin im Skandalfall der um ihren Lohn geprellten Bauarbeiter bei „Mall of Berlin“ legte das Arbeitsgericht fest, dass das verklagte Subunternehmen openmallmaster GmbH verpflichtet ist, die Löhne von zwei ehemaligen Mall-Arbeitern zu zahlen. Zuvor waren bei den Güteterminen der beiden Verfahren am 10.4.2015 Versäumnisurteile gefällt worden. Das Subunternehmen legte zunächst Einspruch dagegen. Das Gericht bestätigte jedoch heute die Versäumnisurteile des Gütetermins, welche die dubiose Briefkastenfirma openmallmaster GmbH zur Zahlung der verweigerten Löhne verurteilten.
Am 1. Mai 2015 beteiligten sich etwa 300 Menschen am klassenkämpferischen Block auf der DGB-Demonstration. Am Abend fand vom Spreewaldplatz aus die Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration mit 25 000 bis 30 000 Teilnehmer*innen statt, die Berliner Polizei hat 18 000 Teilnehmer*innen angegeben. Die Demonstration zog durch Neukölln und endete am Lausitzer Platz in Kreuzberg. Die DGB-Demonstration begann um 10 Uhr am Hackeschen Markt und zog mit einigen Tausend Teilnehmer*innen bis zum Platz des 18. März. Der klassenkämpferische Block beteiligte sich unter dem Motto »Organisieren.Streiken.Besetzen – Basiskämpfe verbinden!« an der Demonstration.