Erfolgreicher Streik beim EDEKA-Großhandel in Brandenburg

Durch den beindruckenden Streik der Beschäftigten der Edeka an den Standorten in Mittenwalde und Freienbrink konnte der seit 15 Jahren andauernde tariflose Zustand im genossenschaftlichen Großhandel in Brandenburg beendet werden. So steigen die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen rückwirkend ab dem 1.7.2011 um 3%, werden dann im November 2011 um einen Festbetrag in den Ge-haltsgruppen um 10,- Euro, den Lohngruppen um 20,- Euro und den Ausbildungs-vergütungen um 5,- Euro erhöht und steigen ab 1.6.2012 um weitere 2,4%.

Als soziale Komponente wurde eine Einmalzahlung in Höhe von 80,- Euro für die Beschäf-tigten in der Lohngruppe L3 und die Kollegen der Haustechnik vereinbart. Der Druck auf Edeka war so groß, dass es uns gemeinsam gelungen ist neben der Sicherung der Nachtarbeitszuschläge in Höhe von 50% und des Gesamtbetrages für Urlaubs- und Weihnachtsgeld auch eine stufenweise Angleichung der Lohn- und Gehaltstabelle an das Niveau des allgemeinen Groß- und Außenhandel Brandenburgs zu vereinbaren. Weitere Erfolge sind die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 39 Stunden ab dem 1.4.2012 und die erstmalige Vereinbarung eines jährlichen Betra-ges in Höhe von 340,- Euro in die Altersvorsorge.“ (Aus dem Informationsflugblatt der Tarifkommission 8/2011)

Die Kolleginnen und Kollegen der beiden EDEKA Großhandelslager in Mittenwalde und Freienbrink (Grünheide) in Brandenburg waren ab dem 29. August in den Streik getreten – Der größte Teil der 600 an beiden Standorten arbeitenden LagerarbeiterInnen, kaufmännischen MitarbeiterInnen, Verwaltungsangestellten und BerufskraftfahrerInnen nahmen am Streik teil, der von der Gewerkschaft ver.di organisiert wurde.

Im Vorfeld hatte sich eine eine aus Kolleginnen und Kollegen beider Standorte eigenständige Tarifkommission gebildet, die die vom Arbeitgeber seinerzeit vorgelegten „gültigen“ Tarifverträge stammten aus den 90er Jahren und dazu noch aus Sachsen-Anhalt. Mit diesem neuen Tarifvertrag wurde innerhalb kürzerster Zeit in Folge eines heftigen und erfolgreichen Streiks die Grundlage für eine Angleichung am aktuellen Tarif des Groß- und Außenhandels in Brandenburg erreicht!

> Infos zum Streikverlauf auf den Seiten des Fachbereichs Handel von ver.di-Brandenburg

Mieten-Stopp-Demonstration

In Berlin steigen seit Jahren die Mieten. Vor allem in den Innenstadtbezirken wird die Miete für Menschen mit geringeren Einkommen unbezahlbar. In vielen Stadtteilen Berlins haben sich Initiativen von Mieterinnen und Mietern gegründet, die der Entwicklung in ihren Kiezen nicht länger tatenlos zusehen wollen. Gemeinsam rufen Stadtteil- und Kiezinitiativen zu einer großen Demonstration am 3. September gegen steigende Mieten auf. Mit dieser Demonstration wollen wir ein Zeichen setzen gegen soziale Verdrängung, Privatisierung und Profitstreben!

Bezahlbare Mieten statt Profite! Gegen die profitorientierte Wohnungspolitik!

Großdemonstration | 3. September 2011 | 14 Uhr | Hermannplatz
Informationen zur Demonstration

Aufruf des klassenkämpferischen Blockes zur Demonstration
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Solidarität mit den streikenden Lokführern!

Die Situation in der Tarifauseinandersetzung der GDL mit den verschiedenen „privaten“ Eisenbahnverkehrunternehmen des Schienenpersonennahverkehrs läuft immer mehr auf Kosten der streikenden Lokführer. Bei der ODEG sind die Vergütungen nach GDL-Angaben im Durchschnitt 30 Prozent niedriger als bei der DB. Das Unternehmen hat seit Ende Juni rund 40 Prozent seiner Lokführer ausgesperrt und verkehrt seither auch an Tagen, an denen nicht getreikt wird, nach einem Notfahrplan. Seit Monaten werden die privaten Verkehrsunternehmen immer wieder von der GDL bestreikt, weil sie sich weigern inhaltsgleichen Rahmenregelungen zuzustimmen. Diese gelten bereits für 95 Prozent aller Lokomotivführer in Deutschland. Die so genannten Privatbahnen gehören zum Teil internationalen Großkonzernen. Beispielsweise gehört die Nord-Ostsee-Bahn dem französischen Großkonzern Veolia Environnement.

WAC-Mann organisiert Streik in der besetzten Westbank

Am 16. Juni 2011 traten 35 palästinensische ArbeiterInnen vom Salit-Steinbruch in Mishor Adumin, einer Siedlung in der Nähe von Ost-Jerusalem, in den Streik. Die unabhängige gewerkschaftliche Organisation WAC-MAAN hat den Streik mit organisiert. Die ArbeiterInnen fordern ein Ende von Ausbeutung, Erniedrigung und miserablen Arbeitsbedingungen. Sie kämpfen für einen Tarifvertrag. Der Streik soll solange fortgesetzt werden bis die Vereinbarung unterzeichnet wird.

Informationen zum Streik bei WAC-MAAN auf englisch

Linke Interventionen in die Arbeitswelt gestern und heute

In den 70er Jahren sind Tausende linke Aktivist_innen aus politischen Gründen in die Betriebe gegangen. Diese Betriebsarbeit wurde von den unterschiedlichen politischen Gruppen als Beitrag zu einer revolutionären Veränderung der Gesellschaft verstanden. Welche unterschiedlichen Perspektiven und Vorgehensweisen es dabei gab, werden Jan Ole Arps, Autor des kürzlich im Verlag Assoziation A herausgegebenen Buches „Frühschicht – Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren“ und der ehemalige Betriebsaktivist Peter Bach skizzieren. Dabei wird es um die Erfolge, aber auch um die Grenzen der Betriebsintervention gehen.
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellen wir uns die Frage, wie heute, wo die Großfabriken zumindest hierzulande an Bedeutung verloren haben, linke Interventionen in Arbeitskämpfe aussehen können. Aktivist_innen aus dem Care-Bereich, der Kampagne gegen Leiharbeit, dem Klassenkampfblock sowie aus dem Erwerbslosenbereich werden konkrete Beispiele für solche Interventionen vorstellen. Die Diskussion über die Erfolge, aber auch die Grenzen, auf die die Aktivist_innen stoßen, wird Gegenstand der gemeinsamen Debatte sein.

Infoveranstaltung mit:

Jan Ole Arps, Herausgeber des Buches Frühschicht
Peter Bach, Gewerkschaftler
Aktivist_innen, die an Kämpfen am Arbeitsplatz und im Jobcenter beteiligt sind

11.07.11 | 19.00 Uhr | Tristeza | Pannierstraße 5 | Neukölln

Veranstaltung mit spanischer Basisgewerkschaft aus Andalusien: Hasta la vista, sindicalista?

Seit Ende Mai gehen in Spanien Zehntausende Menschen auf die Straße und besetzen öffentliche Plätze. Die aktuelle Bewegung ist der bisherige Gipfelpunkt des Protestes gegen den harten Sparkurs und die drastischen Sozialkürzungen der Regierung. Gegen die stetige Verschlechterung der Lebens- und Arbeitsbedingungen wird aber nicht erst seit dem Mai 2011 gekämpft.

2007 gründete sich im Süden Spaniens, in Andalusien, die Basisgewerkschaft SAT (dt. Gewerkschaft andalusischer Arbeiter_innen) als Nachfolgeorganisation der Landarbeiter_innengewerkschaft SOC. Sie ist eine der größten und erfolgreichsten alternativen Gewerkschaften Spaniens und bezeichnet sich als „antikapitalistische Klassen-gewerkschaft“, „basisdemokratisch, unabhängig und „antipatriarchal“. Erfolgreich kämpft sie für bessere und würdige Arbeitsbedingungen. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen: Die spanische und andalusische Regierung antwortet mit einer Welle von Repression.

328.054€ Bußgeld & 38 Jahre & 9 Monate Gefängnis

Das betrifft keine Einzelperson, sondern ist gegen die über 10.000 Mitglieder der SAT gerichtet. Die Polizei nahm viele bekannte Gewerkschafter_innen fest und verhängt(e) sehr hohe Bußgelder. Auch vor Scheinprozessen, bei denen Aktivist_innen der Gewalt gegenüber der Polizei bei erwiesenermaßen friedlichen Aktionen zivilen Ungehorsams beschuldigt werden, schreckt der Staatsapparat nicht zurück. Die SAT agiert in einer der ärmsten Regionen Spaniens, wo die Arbeitslosigkeit mittlerweile auf über 30% angestiegen ist. Aufgrund ihrer Größe und ihrer Unabhängigkeit von Parteien, Interessengruppen, Stiftungen etc. bedeutet daher diese starke, auf den ökonomischen Ruin abzielende Repression einen krassen Einschnitt in ihre Handlungsfähigkeit – Ziel ist es offensichtlich, die SAT zu zerschlagen. Das dürfen wir nicht zulassen! Deshalb: Aktive Solidarität mit der SAT organisieren!

23.06.2011 | 19:00 | FAU-Lokal | U Rosa-Luxemburg-Platz

Informationsveranstaltung mit anschließender Diskussion mit Miguel Sanz, aktives Mitglied der SAT Sevilla und Teil derBewegung »Democracia real ya!«

Organisiert von: FAU-Berlin, Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg, Blauer Montag, labournet.tv Unterstützt von: t.i.e, Arbeitskreis Internationalismus in der IG-metall, Forum Betrieb, Gewerkschaft und soziale Bewegung Berlin, Gruppe soziale Kämpfe, Avanti-Berlin, Komitee für Gewerkschaftsfreiheit, Inicjatywa Pracownicza (IP), netzwerk IT

Veranstaltung: Nehmen wir uns die Stadt zurück!

Unsere Stadt verändert sich. Berlin wird zusehends zu einer europäischen Metropole, in deren Innenstadt immer weniger Menschen mit geringen Einkommen leben können. Steigende Mieten und die Privatisierung anderer öffentlicher Güter wie Wasser, Energie und öffentlicher Verkehr erhöhen die Lebenskosten massiv. Wer sich das nicht leisten kann, wird an den Rand gedrängt. Derweil fahren private Investor_innen mit dem Handel der lebensnotwendigen Güter immer mehr Gewinne ein. Es ist eine politische Entscheidung, diesem Prozess keine Grenzen zu setzen: Auf dem Wohnungsmarkt beispielsweise können die Vermieter_innen bei Neuvermietungen jeden Preis nehmen, den sie wollen, Mietobergrenzen gibt es nicht. Auch eine der letzten Möglichkeiten zur politischen Steuerung des Wohnungsmarktes hat der rot-rote Senat aus der Hand gegeben, indem er in den letzten Jahren 150.000 landeseigene Wohnungen privatisierte.

Podiumsdiskussion mit Spreepirat_innen, S-Bahn-Tisch, Avanti, Gruppe soziale Kämpfe
Dienstag | 21. Juni 2011 | 19 Uhr | Festsaal Kreuzberg
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Audio-Mitschnitt von Veranstaltung zur Arbeiterklasse

Am 1. Juni 2011 fand im Zielona Gora in Berlin-Friedrichshain eine vom Roten Abend und dem Klassenkämpferischen Block organisierte Veranstaltung zum Thema „Klassenkampf – Kalter Kaffee oder aktuell wie nie?“ statt. Etwa 60 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der VeranstalterInnen referierten der marxistische Soziologe Werner Seppmann und der Berliner Basisaktivist und Autor Willi Hajek. Seppmann ging auf die soziostrukturellen Veränderungen der Klasse der Lohnabhängigen ein und definierte als den Kern der Lohnabhängigenklasse die strukturell handlungsfähigen Teile der Klasse. Hajek ging auf die Veränderungen seit den 1970er Jahren, wie die Zerlegung der Großbetriebe, die Auslagerung von Produktionsprozessen und die Prekarisierung ein.
Beitrag von Werner Seppmann (mp3 | 41 Minuten | 11 MB)
Beitrag von Willi Hajek (mp3 | 24 Minuten | 7 MB)
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Keine Ruhe bei Charité und CFM – Solidaritätsveranstaltung

Die Streiks bei der Charité und Charité Facility Management (CFM) haben die Lage der Beschäftigten im Gesundheitswesen ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Wir wollen diskutieren:

– wie können die Beschäftigten in ihrer Auseinandersetzung unterstützt werden?
– wie kann die Spaltung in verschiedene Belegschaften (Charité, Vivantes, CFM etc.) überwunden werden?
– wie erreichen wir eine Wiedereingliederung der CFM in die Charité und weitere Rekommunalisierungen privatisierter Bereiche?
Es sprechen: Stephan Gummert, ver.di-Betriebsgruppe Charité*, Kati Ziemer, ver.di-Streikleitung CFM*, Volker Gernhardt, Betriebsrat Vivantes* Außerdem zur Debatte eingeladen sind: VertreterInnen der Linken und SPD *Funktionsangaben dienen nur zur Kenntlichmachung der Person

Wo: ND-Haus, Seminarraum 1, Franz-Mehring-Platz 1 (Nähe S-Ostbahnhof, Bus 240)
Wann: 18:00 Uhr

Veranstalter: Solidaritätskomitee für die CFM-Beschäftigten