Veranstaltung: Klassenkampf – Kalter Kaffee oder aktuell wie nie?

Am 1. Mai war in Berlin und bundesweit die Parole „Klasse gegen Klasse“ oft auf Transparenten und Plakaten zu lesen. Der Klassenbegriff scheint innerhalb der linken Bewegung wieder stärker eine Rolle zu spielen. Die BRD als Klassengesellschaft zu bezeichnen wird allerdings im vorherrschenden öffentlichen Diskurs als veraltet und nicht mehr zutreffend angesehen. Andere Begriffe wie Milieus oder Lebensstile kennzeichnen jedoch nur Erscheinungen, ohne die Abhängigkeit von Lohnarbeit ins Zentrum zu stellen. Insgesamt sind in der BRD 36 Millionen abhängig beschäftigt. Davon sind noch 30 Prozent im industriellen Sektor tätig.

Die Arbeiterklasse ist nicht verschwunden – sie ist jedoch in der Öffentlichkeit kaum mehr als organisierter gesellschaftlicher Faktor wahrnehmbar. Dabei ist der Klassenkampf auch in der BRD permanent im Gange. Allerdings in erster Linie als Klassenkampf von oben: Sozialabbau, niedrige Löhne, Erhöhung des Renteneintrittsalters, Bildungsabbau, der Ausbau des Repressionsapparates und vieles mehr. Staat und Kapital führen einen Angriff auf die Lohnabhängigen nach dem nächsten durch. Eine entschlossene und kämpferische breite Bewegung dagegen ist jedoch noch nicht entstanden. Doch es gibt auch in einigen Bereichen Gegenwehr der Lohnabhängigen, wie zum Beispiel der Streik der Lokführer oder der Charité-Beschäftigten in Berlin. Insgesamt sind klassenkämpferische KollegInnen am Arbeitsplatz jedoch in der Minderheit, Vereinzelung und Passivität überwiegen. Die linke Bewegung hat wenn es um das Thema Arbeitskämpfe geht oft wenig Interesse. Es fehlen die Kontakte zu den Beschäftigten und die eigene Lohnarbeit oder Erwerbslosigkeit wird häufig nicht als Kampffeld betrachtet. Deshalb bleibt es oft bei der rein theoretischen Beschäftigung mit der Arbeiterklasse in marxistischen Seminaren. Um den Klassenkampf von unten zu stärken bedarf es aber auch einer gemeinsamen Praxis von Beschäftigen, SchülerInnen, Studierenden und Erwerbslosen im Betrieb, im Stadtteil und natürlich auf der Straße.

Bei der Veranstaltung werden der marxistische Soziologe Werner Seppmann, Autor des Buches: „Die verleugnete Klasse“ und Willi Hajek, linker Basisaktivist und Autor aus Berlin, unter anderem folgende Fragen diskutieren: Was ist heute unter Arbeiterklasse konkret zu verstehen? Was ist die Ursache für die mangelnde Widerstandskraft der Arbeiterklasse gegen die Angriffe des Kapitals und wie kann das Klassenbewusstsein der Lohnabhängigen gestärkt werden? Welche Rolle spielt die Klasse der Lohnabhängigen bei der Überwindung des Kapitalismus? Wie kann eine klassenkämpferische Praxis heute aussehen? Welche Erfahrungen bei betrieblichen und gewerkschaftlichen Basiskämpfen gibt es?

Außerdem wird ein Vertreter des klassenkämpferischen Blockes die Initiative vorstellen und die Intentionen erläutern. Die Veranstaltung wird vom Roten Abend zusammen mit dem klassenkämpferischen Block organisiert

Mittwoch| 1. Juni 2011 | 20 Uhr | Stadtteilladen Zielona Gora | Grünbergerstr. 73

www.klassenkampfblock.blogsport.de, www.interkomm.tk

Solidarität mit dem Streik der Charité-Beschäftigten

Seit dem 2. Mai 2011 streiken die Beschäftigten des Berliner Universitätsklinikum Charité. Gestreikt wird für 300 Euro mehr für alle KollegInnen, für mehr Personal, verbesserte Arbeitsbedingungen und eine höhere Vergütung. Am Universitätsklinikum Charité stimmten in einer Urabstimmung 93 Prozent der Mitglieder von ver.di für einen unbefristeten Streik. Die mittleren Einkommen an der Charité liegen etwa 14 Prozent unter denen vergleichbarer Kliniken. Zu dem ständig sinkenden Einkommen kommt eine seit Jahren anwachsende Arbeitsbelastung durch Arbeitsintensivierung und zusätzlichem Stellenabbau hinzu, welche die Beschäftigten an die Grenze ihrer Belastungsfähigkeit bringt. Ein Großteil der nichtmedizinischen und nichtpflegerischen Leistungen (z. B. Catering, Reinigung und Logistik) wurde zudem vor einigen Jahren in die eigens zu diesem Zweck gegründete Charité Facility Management GmbH (CFM) ausgegliedert, um weitere 20 Millionen Euro im Jahr einzusparen.

Solidaritätserklärungen können an : carsten.becker@verdi-berlin.de und bettina.weitermann@verdi-berlin.de geschickt werden!

Bericht mit Fotos: Klassenkämpferischer Block am 1. Mai 2011

Die DGB-Demonstration in Berlin startete am Wittenbergplatz mit laut Polizei nur 1 500 TeilnehmerInnen. Der klassenkämpferische Block mit etwa 500 TeilnehmerInnen lief hinter der GEW am Ende der Demonstration. Auch in diesem Jahr hatte das Vorbereitungskomitee des DGB wie bereits 2010 einen Lautsprecherwagen des klassenkämpferischen Blockes genehmigt. Die junge GEW unterstützte den Block. Vom Lauti gab es kurze Beiträge zu Themen wie den arabischen Revolten, gegen Krieg und gegen Atomkraft. Außerdem gab es eine Rede von einem Lokführer und Beiträge von linken Gewerkschaftern aus Italien und Frankreich.
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Interview zum 1. Mai 2011

1. Mai 2010Das Interview führte ein Aktivist aus dem Vorbereitungskreis zum Klassenkämpferischen Block mit der trend-Online Zeitung

1) Was ist der Klassenkämpferische Block?

Wir sind eine Initiative aus GewerkschaftsaktivistInnen , linken Gruppen und Einzelpersonen. 2009 haben wir uns erstmalig zusammengetan. Auf dem Höhepunkt der weltweiten Wirtschaftskrise, der schärfsten seit 1929, wollten wir dem Schmusekurs der DGB-Spitzen mit dem Kapital, der Logik der Unterwerfung unter Standortkonkurrenz und „Sachzwänge“, eine kämpferische Perspektive entgegensetzen. Uns ging es zugleich um die Verbindung ökonomischer Kämpfe in Betrieb und Jobcenter mit den politischen Bewegungen der Linken, z.B. gegen die Verdrängung ärmerer Bevölkerungsschichten aus der Innenstadt und gegen die Kriegseinsätze der Bundeswehr. Daher haben wir einen gemeinsamen Block auf der DGB-Demo gebildet, der mit vielen Roten Fahnen und Redebeiträgen von BasisaktivistInnen seinen Ausdruck fand. Auch auf der 18-Uhr-Demo des linksradikalen Spektrums waren wir präsent.
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Mobiaktion in Neukölln zum 1. Mai

Videokundgebung „Internationale Kämpfe im Betrieb und auf der Straße“

Mit Videoclips zu Streiks von Putzkräften in Frankreich, zu den Protesten gegen das Anti-Gewerkschaftsgesetz in Wisconsin, USA, zu den gewerkschaftlichen Massenprotesten in Ägypten, zu Arbeitskämpfen in China, zu Protesten gegen Leiharbeit in Bremen sowie den antifaschistischen Blockaden in Dresden. Außerdem Informationen zum 1. Mai.

Do | 21.04.2011 | 20:30 Uhr | Rathaus Neukölln

Mobiaktionen zum 1. Mai in Friedrichshain

Veranstaltung: Selbstorganisierung in Venezuela

Der Venezuela-Experte und Autor verschiedener Bücher und Filme über die Entwicklung in Venezuela, Dario Azzellini, wird an Beispielen aus Kommunen und Fabriken zeigen, wie sich in Venezuela Formen der Selbstorganisation durchsetzen. Er wird aber auch die Schwierigkeiten thematisieren, die diesen Partizationsprozessen entgegenstehen. Auch über die Rolle von Präsident Chavez bei diesen Selbstorganisierungsprozessen wird diskutiert werden.

Mi | 27.04.2011 | 19.00 Uhr | Stadtteilladen Zielona Gora | Grünberger Str. 73

Videokundgebung „Der Kapitalverwertung im Stadtteil und am Arbeitsplatz Grenzen setzen“

In Redebeiträgen und Videos sollen Kämpfe im Stadttteil und im Job vorgestellt werden, mit denen der Kapitalverwertung Grenzen gesetzt werden.
Zum Abschluss zeigen wir den Fllm „Der große Aufwasch im Subunternehmen“ über den langen, erfolgreichen Kampf migrantischer Reinigungskräfte gegen die Hotelkette Accor in Frankreich.

Mi | 27.4 | 21.00 Uhr | Boxhagener Platz

Veranstaltung „Europaweite Angriffe auf das Streikrecht“

Europaweite Angriffe auf das Streikrecht – Wir wehren uns gemeinsam!

Veranstaltung und Workshop mit internationalen Vertretern der Gewerkschaften FIOM, CUB (Italien), CGT, SAT (Spanien), SUD (Frankreich), Serpiem 80, Inicjatywa Pracownicza (Polen)

Veranstaltung | Fr | 29.04.2011 | 18:30 Uhr | Südblock | Admiralstraße 1 | U-Kottbusser Tor
Workshop | Sa | 30.04.2011| 10 Uhr | Haus der Demokratie | Greifswalder Straße 4

Mit dem europäischen „ Wettbewerbspakt“ unter der Führung der deutschen Regierung soll die europäische Wirtschaft in die Lage versetzt werden, sich auf dem Rücken der Beschäftigten in der globalen Konkurrenz durchzusetzen. Die Angriffe richten sich nicht nur gegen die Arbeits- und Einkommensbedingungen der Beschäftigten und gegen die Systeme der sozialen Sicherung in Europa, sondern sie richten sich auch direkt gegen ihre Vereinigungsfreiheit und das Streikrecht.
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1.-Mai-Zeitung erschienen

Anlässlich des 1. Mai 2011 haben wir als klassenkämpferischer Block gemeinsam eine Massen-Zeitung herausgebracht, die im Vorfeld des 1. Mai im Stadtteil, vor Betrieben und auf Demonstrationen verteilt werden soll. Sie enthält auf acht Seiten Artikel und Interviews, unter anderem zu Hartz IV, Leiharbeit, dem Streik der Lokführer, zu Militarisierung und zur Verdrängung aus dem Stadtteil. Über Mithilfe bei der Verteilung der Zeitung freuen wir uns natürlich. Die Zeitung kann per mail an klassenkampfblock@gmx.net kostenlos bestellt werden.

Zeitung als pdf

Heraus zum 1. Mai 2011 – Tag des Zorns

Spaltung überwinden – Zusammen kämpfen – Klassenkampf organisieren

Wir rufen dazu auf, sich bei der Gewerkschaftsdemonstration und bei der revolutionären 1. Mai-Demonstration am klassenkämpferischen Block zu beteiligen. Wir wollen mit unserem klassenkämpferischen Block versuchen, die Trennung zwischen den Auseinandersetzungen in den Betrieben und auf dem Arbeitsamt, und den anderen politischen Kämpfen zu überwinden. Der klassenkämpferische Block wird von linken Gruppen, GewerkschaftsaktivistInnen und Einzelpersonen getragen, die im Betrieb, bei Initiativen gegen Hartz-IV und verschiedenen anderen politischen Kämpfen wie der Anti-Kriegsbewegung aktiv sind. Auf der DGB-Demonstration am 1. Mai wollen wir Kämpfe von BasisaktivistInnen thematisieren, die sich gegen die zunehmende Verschlechterung am Arbeitsplatz zur Wehr setzen und beispielsweise gegen die Angriffe auf das Streikrecht, gegen miserable Arbeitsbedingungen oder Entlassungen aktiv sind.

9 Uhr | Klassenkämpferischer Block | Aufruf | | Massenzeitung | DGB-Demonstration | Wittenbergplatz

18 Uhr | Revolutionäre 1. Mai-Demonstration | Website | Kottbusser Tor | „Heraus zum revolutionären 1. Mai – Für die soziale Revolution weltweit“